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Eine '''Düne''' ist eine Erhebung aus , der vom angeweht und abgelagert wird. Die Bildung von Dünen setzt das Vorhandensein von Sand und das Fehlen von Wasser oder einer geschlossenen Pflanzendecke voraus. Dünen bilden sich daher bevorzugt in , können aber auch in humiden Gebieten auftreten, sofern die befestigende Vegetation beseitigt wurde. Wird der Sand eher gleichmäßig in Form einer Decke aufgeweht, spricht man neutral von '''Flugsand'''.

Dünenbildung

Die Bildung von Dünen kann mit dem . Während Dünen beträchtliche Ausmaße und Mächtigkeiten erreichen können, haben Rippeln meist nur eine Höhe von wenigen Zentimetern, bei einer Erstreckung im Dezimeterbereich.

Dünenzonen

Die Dünenzonen der Erde unterteilt man allgemein nach den Klimazonen bzw. nach Sonderfällen:
  • Dünen der tropischen und subtropischen n und Halbwüsten
  • Dünen
  • Dünen der n und
  • Strand- bzw. n und Dünen aktiver Flussauen

Dünentypen

In der n werden bei größerer Höhe auch ''subaquatische Dünen'' genannt.

Dünentypen können nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert werden. Zunächst lassen sich ursprünglich entstandene Formen als ''Primärdünen'' von den ''Sekundärdünen'' unterscheiden, die sich aus oder auf Primärdünen entwickeln können.

Primärdünen

Bei den primär gebildeten Dünen unterscheidet man zwischen freien und gebundenen Formen. ''Gebundene Dünen'' entstehen durch Sandablagerungen, die sich im Zusammenhang mit vorliegenden Strömungshindernissen oder vorhandener Vegetation bilden; hierzu zählen beispielsweise ''Parabeldünen, Leedünen, Echodünen, Sandrampen''. Im Gegensatz dazu stehen ''freie Dünen'', bei denen die äolischen Prozesse der Ablagerung ( und ) sowie der Abtragung ( und ) in den Formungsgebieten verhältnismäßig frei spielen, sodass die entstehenden Dünen sich auch bewegen.

Freie Dünen (Wanderdünen)

Sicheldüne (Barchan)

Die ''Sicheldüne'', auch als ''Barchan'' bezeichnet, ist die am weitesten verbreitete Dünenform trockener Klimate. Ihre Entstehung geht auf die Wirbelbildung zwischen den Dünenkämmen zurück. Auf der steigt die Oberfläche der Düne mit geringem Gefälle (ca. 15°) an und fällt auf der steil (ca. 30°) ab. Zu den beiden Seiten, den Sichelenden, fällt die Höhe des Kammes der Düne ab. Die Sichelenden bewegen sich schneller als der Hauptkamm der Düne, wodurch die charakteristische Form entsteht. Grund für das schnellere Wandern der Seitenarme ist die geringere Sandmasse, die durch den Wind umgewälzt werden muss. Sicheldünen entstehen durch konstante Winde aus einer Hauptwindrichtung und ?wandern? leewärts. In Barchanfeldern ist keine oder nur eine extrem lückenhafte Vegetation vorhanden, die Bewegung des Sandes ungehindert.

Querdüne/Transversaldüne/Reihendüne

Die ''Querdünen'', ''Transversaldünen'' oder ''Reihendünen'' sind langgestreckte Höhenrücken, die quer zur vorherrschenden Windrichtung angeordnet sind. Sie werden in Gebieten gebildet, in denen reichlich Sand vorhanden ist und eine Vegetation fehlt. Wichtig bei ihrer Bildung ist das Vorhandensein einer dominierenden Windrichtung, daher findet man Querdünen häufig an Sandküsten vor.

Längsdüne/Longitudinaldüne/Lineardüne/Strichdüne

Die ''Längsdünen'' oder ''Longitudinaldünen'' sind langgestreckte, parallel zur vorherrschenden Windrichtung verlaufende Sandrücken. Die Gebiete, in denen Längsdünen vorkommen, weisen oft nur eine geringe Sandanlieferung auf und haben eher einen rauen Untergrund. Diese Dünen erreichen Höhen bis zu 100 Meter und erstrecken sich zum Teil über viele Kilometer. Häufig vorzufinden sind solche kilometerlangen Sandwälle in der westlichen , infolge der starken, konstant in eine Richtung laufenden e. Sie gehen oft auf Parabeldünen zurück, deren Hauptkamm infolge der lang anhaltenden Winde durchbrochen wurde.

Draa-Düne


Die Draa-Dünen sind Riesen- oder Megadünen mit stabilen Kämmen. Im Gegensatz zu den anderen Dünentypen kommen sie ausschließlich in den großen Sandgebieten der Erde vor (z. B. im Bereich der der Sahara). Die Genese der Draa-Dünen ist noch nicht abschließend geklärt. Heutige Bildungsprozesse sind kaum zu beobachten. Es wird daher vermutet, dass die Draa-Dünen sind, die bereits im unter stabileren Windsystemen angelegt wurden.

Gebundene Dünen

Parabeldüne/Paraboldüne/Bogendüne

Die ''Paraboldüne'', auch ''Bogendüne'', ist der Sicheldüne ähnlich, jedoch schmaler und hat im Grundriss eine entgegengesetzte Krümmung. Sie ist teilweise mit Vegetation bewachsen. Die konvexe Seite zeigt . Der von Vegetation fast freie Mittelteil der Düne zieht schneller voran als die Schenkel, die dem Hauptkamm nicht folgen können, weil sie durch die dort dichtere Vegetation (Heidekraut, Krähenbeere) festgelegt werden. Parabeldünen entstehen in Regionen mit nennenswertem Niederschlag (semiarid bis humid), der die Entwicklung einer lockeren Vegetationsdecke ermöglicht.

Leedünen

Leedünen sind Sandverwehungen auf der eines Hindernisses, das durch die Teilung der Stromlinien des Luftstroms einen Windschatten bewirkt. Dadurch, dass die Wirbel im Windschatten schwächer sind als im Hauptwindstrom, setzen sich leewärts die Sandkörner ab.

Dünenfelder

Ansammlungen von mehreren Dünen werden Dünenfeld oder auch Dünenzug genannt. Diese Ansammlungen können dabei flächenhaften oder langgestreckten Charakter haben.

Sekundärdünen

Sekundärdünen bilden sich
  • aus anderen Dünen (Kreuzdüne/Sterndüne)
  • auf anderen Dünen (aufgesetzte Sekundärdünen/Gitterdünen)

Sie sind immobil.

Kreuzdüne/Sterndüne

Die ''Kreuz-'' oder ''Sterndünen'' sind besonders hohe Dünen und entstehen durch jahreszeitlich sich überlagernde Windrichtungen bei Vorhandensein großer Sandmengen. Die Sterndünen können unter Umständen mehrere 100 Meter über die Umgebung aufragen. Dieser Dünentyp wandert nicht, vielmehr wird der Sand immer wieder umgeschichtet.

Dünen in Europa

In besitzen außer den n nur noch die in der ausklingenden gebildeten n eine nennenswerte Verbreitung.

  • Die Küstendünen sind mit Flachküsten verbunden. Der Sand für diesen Dünentyp wird durch vorherrschende auflandige Winde vom sandigen Strand herangeweht, stammt also ursprünglich aus dem Meer, das den Sandstrand aufbaut. Je nach der Entwicklung der Vegetation im Hinterland des Strandes können unterschiedliche Dünentypen entstehen, die von unregelmäßigen Formen bis hin zu n reichen.
  • Die Binnendünen wurden ursprünglich im kalten Tundrenklima während der ausklingenden gebildet. Eine Weiterentwicklung bzw. Reaktivierung in der Nacheiszeit erfolgte unter dem Einfluss des Menschen. Durch intensive Landnutzung, z. T. , etwa durch wurde die Vegetationsdecke zerstört und die Sandverwehung wieder aktiviert.

Wanderdünen gab und gibt es auch bei (61 m) und auf der (, rund 52 m), im (, 42 m) bei in .

In , an der Nordspitze s, gibt es eine etwa 40 m hohe Wanderdüne, die . Die größte Wanderdüne s bei in , die , ist zurzeit rund 110 m hoch.

Dünen weltweit (exemplarisch)

In erstreckt sich die größte zusammenhängende Sandregion der Erde, die , über eine Länge von 1300 km und eine Breite von 800 km. Hier bedecken Sanddünen, die bis zu Höhe erreichen, eine Fläche von beinahe 500.000 km².

In der . Dort wurden Höhen von bis zu gemessen.

In der Wüste erreicht der höchste Sandgipfel Höhe. Er wird wahrscheinlich durch Feuchtigkeit aus dem Boden stabilisiert. Da der Wind nur die oberste Schicht über die Dünenkämme weht, wird davon ausgegangen, dass die Fundamente der dortigen Riesendünen zuletzt vor ca. 5000 Jahren bewegt wurden. Sie gelten als die ältesten Dünen der Erde.

 in der  , gilt mit  Gipfel<nowiki /> als h�chstgelegene gr��ere D�ne der Erde.

'''Extraterrestrische Dünen'''

Auch auf dem ­mond und dem gibt es Dünenfelder. Das größte befindet sich in der Ebene .

Singende Dünen


'''Singende Dünen''' finden sich in nahezu allen Wüsten der Erde und darüber hinaus auch in Gebieten mit großen . Als Singen werden dabei die durch an den Dünen abrutschenden erzeugten tiefen und lauten bezeichnet, die teilweise über mehr als zehn Kilometer hörbar sind und bis zu 15 Minuten anhalten.

Die entstehenden Geräusche werden oft mit Brummen, Stöhnen, Trommeln, Donner, oder tief fliegenden Propellerflugzeugen verglichen.
Durch diese große Bandbreite und die lange unerklärliche Herkunft der Töne haben die Singenden Dünen Eingang in Legenden und Literatur gefunden. Schon berichtete aus der von bösen Wüstengeistern, die ?manchmal die Luft mit den Klängen der verschiedensten Musikinstrumente füllten, manchmal aber auch mit Trommeln oder Waffenlärm?. Neuere Erwähnungen finden sich in so unterschiedlichen Texten wie s ''Voyages of the '' (1889) und s (1984).

Die von den Dünen erzeugten Töne können eine Lautstärke von bis zu 100 dB erreichen und liegen meistens um 100 Hz; es sind aber auch Frequenzen von bis zu 770 Hz dokumentiert.

Obwohl das Phänomen der Singenden Dünen also schon lange bekannt ist und wissenschaftlich untersucht wurde, wurden die wesentlichen Wirkmechanismen erst in den letzten Jahren erforscht. Erzeugt werden die Geräusche durch das Abrutschen von Sandn, in denen sich die Sandkörner abwärts bewegen. Durch diese Bewegung wird die angrenzende Luft in Schwingungen versetzt, so dass eine kleine und damit auch entsteht. Da die abrutschende Sandschicht aus bis zu 500 Sandkornschichten besteht, summieren sich die einzelnen Töne bei synchroner Bewegung der Sandkörner zu den lauten Brummtönen. Ungeklärt ist bisher noch der Mechanismus, mit dem die Sandkörner ihre Bewegung synchronisieren.

Singende Dünen finden sich in fast allen Trockenwüsten der Erde, unter anderem in
  • der bei ()
  • der
  • der
  • der
  • am in
  • und auf .

Versteinerte Dünen

In der gibt es versteinerte Dünen. Dieser Sandstein gilt als Beleg dafür, dass die Namib mit einem Alter von etwa 20 Millionen Jahren die älteste Wüste der Welt ist.

Siehe auch

Literatur

  • Krause, G. C. A.: ''Der Dünenbau auf den Ostsee-Küsten West-Preussens. Ein praktisches Lehrbuch. Nebst einer Küstenkarte und 6 Blättern mit erläuternden Zeichnungen''. Berlin 1850 ().

Weblinks

  • {{Internetquelle
| url=http://www.webgeo.de/g_001/
| titel=Lernmodul ?Dünenformen?
| autor=Anja Fengler, Zsuzsanna Koncz
| hrsg=Institut für Physische Geographie (IPG) der
| datum=2002-11-10
| werk= basics / Geomorphologie
| zugriff=2010-12-14
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}}

Einzelnachweise